Warum ist das Dänische Nationalmuseum einen Besuch wert?

Sie treten aus einer ruhigen Kopenhagener Straße in Räume mit hohen Decken, in denen Moorleichen, Gold, geschnitzte Altarbilder und arktische Kajaks denselben Palastkorridor teilen. Das Museum wirkt weniger wie eine Ausstellung, sondern eher wie ein Streifzug durch die Jahrhunderte.

Es wurde gegründet, um Dänemarks Vergangenheit in einer einzigen nationalen Sammlung zu vereinen, und dieses Ziel prägt den Besuch bis heute. In der Kulisse des Fürstenpalasts wirken Alltagsgegenstände, königliche Schätze und sakrale Gegenstände gleichermaßen bedeutungsvoll.

Der Vorteil liegt in der Kontinuität. Wenn Sie das Museum verlassen, verstehen Sie, wie Rituale der Bronzezeit, der Reichtum der Wikinger, der mittelalterliche Glaube und die moderne Identität in einem kleinen Land miteinander verbunden sind. Nur wenige Museen vermitteln die Geschichte eines Landes so schlüssig, ohne sie dabei zu vereinfachen.

Überspringen Sie diesen Punkt, wenn: Wenn Sie textlastige Museen nicht mögen oder weniger als 90 Minuten Zeit haben: Dieser Ort lohnt sich besonders, wenn man sich Zeit zum Betrachten nimmt und Vergleiche anstellt.

Was gibt es im Dänischen Nationalmuseum zu sehen?

Vimose weaponry from 2nd century AD, including spears, shields, and arrowheads.
Sun Chariot sculpture at National Museum of Denmark, Copenhagen.
Egtved Girl burial display at The National Museum of Denmark.
Gundestrup Cauldron with intricate carvings, The National Museum of Denmark.
Viking swords displayed at The National Museum of Denmark.
Cross of Dagmar with gemstones, The National Museum of Denmark.
Seal-skin Inuit gut parka displayed at The National Museum of Denmark.
Children engaging in a cultural exhibit at the National Museum of Denmark.
Victorian era room with ornate furniture and red drapes at The National Museum of Denmark.
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Dänische Vorgeschichte

Beginnen Sie mit einem Überblick, der von den Jägern der Eiszeit bis zu den Ritualen der Bronzezeit reicht. Hier wird dem Museum sein guter Ruf gerecht, und hier lässt sich der chronologische Ablauf am besten nachvollziehen.

Der Sonnenwagen von Trundholm

Klein und strahlend – diese mit Gold überzogene Sonnenscheibe und das Pferd vereinen die gesamte Weltanschauung der Bronzezeit in einem einzigen Objekt. Der Fall sorgt für anhaltendes Interesse, sehen Sie ihn sich also rechtzeitig an.

Das Mädchen von Egtved

Diese Grabstätte aus der Bronzezeit wirkt eindringlich, da sie eher intim als monumental anmutet. Ihre Kleidung, ihr Sarg und ihre persönlichen Gegenstände machen die Vorgeschichte zu einer menschlichen Geschichte und nicht zu einer abstrakten Zeitachse.

Der Gundestrup-Kessel

Ein massives Silbergefäß, das mit rätselhaften Figuren, Tieren und rituellen Szenen verziert ist. Gönnen Sie sich hier ein paar ruhige Minuten; je länger Sie das Gehäuse betrachten, desto mehr offenbart sich Ihnen die Bildsprache.

Die Welt der Wikinger

Silbervorräte, Schmuck, Waffen und der berühmte schwere Goldring machen diese Gegend zu einer der belebtesten. Am besten besuchen Sie den Ort vor Mittag, bevor sich hier Schulklassen und geführte Gruppen versammeln.

Mittelalter und Renaissance

Werfen Sie als Nächstes einen Blick auf die Kirchenkunst, Reliquien, königliche Gegenstände und das Dagmar-Kreuz. Der Ton wechselt von kriegerischem Reichtum hin zu heiliger und höfischer Macht, wodurch der historische Bogen gewahrt bleibt unversehrt.

Menschen auf der Erde

Die ethnografischen Ausstellungsräume erweitern den Blick über Dänemark hinaus und bieten herausragende Exponate aus Grönland, darunter Ausrüstung aus Robbenfell und einen Inuit-Parka aus Tierdarm. Diese Räume sind in der Regel ruhiger und eignen sich gut für den späteren Verlauf Ihres Besuchs.

Kindermuseum

Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, legen Sie hier eine Pause ein. In den interaktiven Bereichen können Kinder in einem Wikingerschiff Platz nehmen, in historische dänische Lebenswelten eintauchen und sich nach dem Besuch der eher mit Exponaten gefüllten Galerien erholen.

Klunkehjemmet

Diese original erhaltene Wohnung aus den 1890er Jahren unterscheidet sich von allen anderen Ausstellungsräumen des Museums: Sie wirkt gemütlich, wohnlich und ist reichhaltig möbliert. Der Zugang erfolgt im Rahmen einer Führung zu festgelegten Zeiten; erkundigen Sie sich daher bitte gleich nach Ihrer Ankunft nach der Verfügbarkeit.

So erkunden Sie das Dänische Nationalmuseum

Visitors examining the Gundestrup Cauldron at the National Museum of Denmark.

Planen Sie 2 bis 4 Stunden ein; etwa 2 Stunden, wenn Sie sich auf die dänischen Höhepunkte beschränken, und eher 4 Stunden, wenn Sie die ethnografischen Galerien, das Kindermuseum und das Klunkehjemmet mit einbeziehen.

  • Vorgeschlagener Ablauf: Beginnen Sie gleich nach der Öffnung des Museums mit der dänischen Vorgeschichte und begeben Sie sich dann direkt in die Wikinger-Räume, bevor Schulklassen und Mittagsführungen dort für größeren Andrang sorgen. Besuchen Sie anschließend die Galerien zum Mittelalter und zur Renaissance und begeben Sie sich dann zu „People of the Earth“, sobald Ihr Auge eine Abwechslung braucht; der Wechsel von der dänischen Archäologie zu Grönland und den internationalen Sammlungen sorgt dafür, dass der Besuch nicht monoton wird.
  • Unbedingt erlebenswert: der Sonnenwagen von Trundholm, das Egtved-Mädchen, der Kessel von Gundestrup und der Wikinger-Goldring. Optional: das Kindermuseum, wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, und das Klunkehjemmet, falls Sie 45 Minuten Zeit für eine Führung mit festem Termin haben.
  • Geführter Unterricht vs. Selbststudium: Ein Besuch im eigenen Tempo funktioniert, wenn Sie den Lageplan sorgfältig nutzen, doch eine Führung zu den Höhepunkten oder ein Audioguide bieten einen echten Mehrwert, da sich die Anlage weitläufig anfühlen kann und viele Exponate erst dann ihre volle Bedeutung entfalten, wenn man ihre Geschichten versteht.

Kurzer Überblick über die Geschichte des Dänischen Nationalmuseums

Der Prinzenpalast wurde 1744 im Zentrum von Kopenhagen fertiggestellt; er wurde von Nicolai Eigtved für Kronprinz Frederik entworfen. Im Jahr 1807 richtete Dänemark die Königliche Kommission für Denkmalpflege ein und legte damit den Grundstein für eine nationale historische Sammlung. Diese Bemühungen erhielten 1819 eine klare Struktur, als Christian Jürgensen Thomsen das Schema der Stein-, Bronze- und Eisenzeit einführte und damit die archäologische Forschung neu prägte.

Im Jahr 1892 wurde das Dänische Nationalmuseum im Prinzenpalast offiziell gegründet, indem die königlichen und staatlichen Sammlungen unter einem Dach vereint wurden. Im Laufe des 20. Jahrhunderts baute das Museum seine Sammlungen in den Bereichen Archäologie, Ethnografie, Numismatik und kirchliche Kunst aus und entwickelte sich zum führenden kulturhistorischen Museum des Landes.

Heute präsentiert es in Kopenhagen über 14.000 Jahre dänische und weltweite Geschichte und verwaltet wichtige Sammlungen und historische Stätten in ganz Dänemark.

Warum das Museum über Dänemarks Grenzen hinaus von Bedeutung ist

Das Dänische Nationalmuseum ist mehr als nur ein Ort, an dem historische Objekte aufbewahrt werden; es hat auch maßgeblich dazu beigetragen, die Interpretation der Geschichte selbst zu prägen. Seine Sammlungen waren eng mit der Entwicklung des Drei-Zeitalter-Systems verbunden, das Archäologen einen praktischen Rahmen für die Einordnung der Vorgeschichte bot, bevor schriftliche Aufzeichnungen existierten. So erleben die Besucher mehr als nur die Geschichte Dänemarks. Sie erleben zudem das konzeptionelle Modell, das die museale Erzählweise in ganz Europa nach wie vor prägt.

Häufig gestellte Fragen zum Nationalmuseum Dänemarks

Ja – vor allem, wenn Sie einen Ort suchen, der Ihnen Dänemark jenseits der typischen Postkartenmotive näherbringt. Es vermittelt Erstbesuchern einen kulturellen Hintergrund, bevor sie Burgen, Wikingerstätten oder königliche Sehenswürdigkeiten in anderen Teilen der Stadt besichtigen. Tickets anzeigen.

Weitere Infos

Geschichte des Dänischen Nationalmuseums

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Architektur des Dänischen Nationalmuseums

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Im Dänischen Nationalmuseum

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Eintrittskarten für das Dänische Nationalmuseum

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